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Andreas Gartentipp #02

Sandarium

Jetzt im März noch Bienenhotel für im Boden nistende Wild-Bienen bauen!

Ein Sandarium ist eine gezielt angelegte sandige Bodenstelle, die bodennistenden Wildbienen als Nistplatz dient. Diese Maßnahme ist besonders wichtig für den Artenschutz, denn rund drei Viertel der heimischen Wildbienenarten nisten im Boden und nicht in Insektenhotels oder Holzröhren.

Offene, sandige Bodenstellen sind jedoch in vielen Gärten selten geworden. Rasenflächen, dichte Bepflanzung und Bodenverdichtung lassen kaum geeignete Nistplätze entstehen. Ein Sandarium schafft deshalb gezielt einen kleinen Lebensraum für diese Insekten.

Bester Zeitpunkt für die Anlage

Der beste Zeitraum für den Bau eines Sandariums liegt zwischen Oktober und Februar. Dann steht die Fläche bereits bereit, wenn die ersten Wildbienen im Frühjahr mit dem Nestbau beginnen.

Ab März startet bei vielen Arten die Nistsaison. Wird das Sandarium erst später gebaut, kann es zwar ebenfalls besiedelt werden, aber einige früh fliegende Arten finden dann möglicherweise keinen geeigneten Nistplatz mehr.

Standort: Sonne ist entscheidend

Wildbienen bevorzugen warme, trockene Nistplätze. Daher sollte das Sandarium an einem vollsonnigen Standort angelegt werden.

Geeignet sind beispielsweise:

  • offene Gartenbereiche
  • Randbereiche von Beeten
  • Böschungen oder kleine Hügel
  • Bereiche mit wenig Vegetation

Wichtig ist, dass die Fläche nicht beschattet wird und möglichst schnell abtrocknen kann.

Das Wichtigste beim Aufbau

1. Hügel oder leichte Böschung anlegen

Ein entscheidender Punkt ist die Form der Sandfläche. Idealerweise wird kein flaches Sandbeet, sondern ein kleiner Hügel oder eine geneigte Fläche modelliert.

Der Grund:
Regenwasser kann so besser ablaufen, und der Sand trocknet schneller. Trockene Böden sind für Wildbienen besonders wichtig, weil feuchte Niströhren einstürzen können.

2. Sandige Böden nutzen

Für ein Sandarium wird meist ungewaschener, stabiler Sand mit unterschiedlicher Körnung empfohlen. Feiner Spielsand ist ungeeignet, weil Niströhren darin zusammenfallen.

In vielen Fällen muss jedoch gar kein zusätzlicher Sand eingebracht werden.

Wenn der vorhandene Gartenboden bereits sandig und gut grabbar ist – etwa wie in unserer Kleingartenanlage – reicht es oft aus:

  • die Grasnarbe zu entfernen
  • den Boden aufzuhacken
  • die Fläche offen zu halten

Natürliche Sand- oder Lössböden sind für Wildbienen oft ideal.

3. Größe und Tiefe

Das Sandarium muss nicht groß sein. Schon eine kleine Fläche kann funktionieren.

Empfohlene Mindestmaße:

  • etwa 40 × 40 cm Fläche
  • etwa 40–50 cm Tiefe

Größere Sandflächen erhöhen jedoch die Chance, dass mehrere Arten den Standort besiedeln.

Bepflanzung und Umgebung

Die Sandfläche selbst sollte weitgehend vegetationsfrei bleiben. Wildbienen benötigen offene Stellen, um ihre Niströhren zu graben. Blühpflanzen sind jedoch in der Umgebung sehr wichtig. Sie liefern Nektar und Pollen für die Brutversorgung.

Geeignete Pflanzen sind beispielsweise:

  • Lavendel
  • Salbei
  • Oregano
  • Thymian
  • Färberkamille 
  • Wiesenflockenblumen
  • Hornklee
  • Wiesenwitwenblumen
  • Wilde Möhre
  • wilde Malve
  • Katzenminze 
  • Wegwarte
  • echtes Herzgespann
  • Orangerotes Habichtskraut 
  • Glockenblumen (Nesselblättrige, Pfirsichblättrige ...) 
  • Nelkenarten

Solche trockenheitsverträglichen Arten passen gut zu den warmen Bedingungen rund um ein Sandarium.
 

Wo findet man die richtigen Pflanzen? Siehe Artikel auf SWGBV.de -> https://www.swgbv.de/naturbeobachtungen/natur

Woran erkennt man eine Besiedlung?

Wenn das Sandarium angenommen wird, lassen sich typische Spuren beobachten:

  • kleine runde Löcher im Sand
  • kleine Sandhäufchen vor den Eingängen
  • ein reger Flugverkehr über der Fläche

Diese Nestöffnungen zeigen an, dass Wildbienen ihre Brutröhren angelegt haben.

Fazit

Ein Sandarium ist eine der einfachsten und wirksamsten Maßnahmen zum Schutz von Wildbienen im Garten. Entscheidend sind drei Punkte:

  • sonniger Standort
  • offene, sandige Bodenstruktur
  • leichter Hügel oder Böschung für schnelles Abtrocknen

Oft genügt es bereits, vorhandene sandige Böden freizulegen und dauerhaft offen zu halten. Mit wenig Aufwand entsteht so ein wertvoller Lebensraum für zahlreiche Wildbienenarten.